Irgendwie verändere ich mich. Die extremste Veränderung der letzten Wochen ist die, dass mir Feuerwehr nicht mehr so wichtig ist. Klar, ich helfe jeder Zeit und auch gern, aber wenn ich nicht da bin oder meine Freunde auf mich zählen, dann macht es mir nichts mehr aus unwichtige, kleine Einsätze zu verpassen. Das ist der größte Fortschritt den ich in meiner krankhaften Beziehung zur Feuerwehr in den letzten 2 Jahren gemacht habe. Ich frage mich, warum.
Ich denke, meinen Bruder mal wieder glücklicher und verliebt zu sehen, gibt mir den Grund dazu. Für ihn bedeutet Feuerwehr das selbe, wie für mich. Doch er nimmt es in Kauf Einsätze zu verpassen. Für diese Frau. Auch wenn ich Schattenseiten in seiner Beziehung sehe wünsche ich mir nichts mehr, als dass die beiden zusammen glücklich werden. Ich sehe in seinem Gesicht wieder das Lächeln, dass ich so vermisst habe. Ich kann einfach mit einem besseren Gefühl hier weggehen, wenn ich weiß, ihm geht es gut!
Weggehen, Zukunft... Das ist so eine Sache. Ich habe mich für meinen Weg entschieden. Ich nehme mir vor endlich das zu machen, was ich schon so lange wollte. Physik - die einzige Konstante in meinem Leben. Für viele ist es nur eine Wissenschaft, aber mir erklärt es die Welt. Menschen verstehe ich nicht, ihr Verhalten verstehe ich nicht, ihre Beweggründe verstehe ich nicht. Physik ist anders. Ich lese zur Zeit ein Buch, das ist so verdammt faszinierend. Ich kann mich in der Materie verlieren - wortwörtlich. Ich wünschte ich könnte wenigstens meinen Freunden die Welt durch meine Augen zeigen. Ich bin ihnen, vor allem meiner besten Freundin, dankbar für all die Unterstützung. Auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, sie verstehen mich nicht und weiß, sie hassen mich oft für meine Kommentare, haben sie mich nie im Stich gelassen. Mit ihrer Hilfe lerne ich nun auch in der "Menschenwelt" zurecht zu kommen. Das ist wirklich schwer, aber ich erkenne Fortschritte. Ich will auch glücklich werden, aber ich habe erkannt, dass diese Person, mit der ich das werden kann, noch nicht in mein Leben getreten ist. Meine Freunde bleiben meine Freunde und ich bin froh, dass sie mich sehen, wie sie mich sehen, aber diese andere Person soll mich so sehen, wie ich hinter meiner Mauer wirklich bin. (Ja beste Freundin, du kennst mich schon so, keine Angst, ich habe dir nichts verheimlicht (: ) Damit ich so sein kann muss ich mich vielleicht wirklich von allen bekannten Menschen lösen und allein in die weite Welt hinausziehen. Ja, vielleicht ist allein in der Großstadt wirklich der beste Weg, den ich einschlagen kann.
Jeder hat doch seine Schattenseiten. Mein Schatten macht mir Angst, aber er passt zu mir, schließlich ist es mein Schatten...
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