Dienstag, 25. März 2014

Lebenswille

Ich habe ein Buch gelesen. Es handelt von einem Jungen, der seit seiner Kindheit an einem schweren Herzfehler leidet. Mit 12 bekommt er mit, dass ihm die Ärzte prognostizieren nicht mal 20 zu werden. Er liebt ein Mädchen und sie ihn, aber um ihr Schmerz zu ersparen distanziert er sich. Mit 17 finden die beiden nach vielen Tiefschlägen zueinander. Ihm wird nur noch ein Jahr gegeben. Er will kein Herz von einem Hirntoten, weil für ihn sind diese Menschen noch am Leben, es wäre Mord. Der Junge will aber auch nicht sterben, er will leben, mit seiner großen Liebe. Das Mädchen sucht einen anderen Weg und finde eine Alternative. Eine äußerst ristkannte, noch nicht getestete OP. Vor dieser heiraten beide noch und genießen die gemeinsame Zeit. Die Eltern des Jungen sagen ihm, wie stolz sie auf ihn sind und wie sehr sie wollen, dass er sein Leben lebt und nicht bei ihnen ist, nur weil ihm nur noch wenig Lebenszeit bleibt.
Der Junge unterzieht sich der OP. Während er im Operationssaal liegt, liest das Mädchen seinen letzten Willen. Er schreibt, er habe Gott immer dafür gehasst, dass ihm so ein krankes Herz gegeben wurde, aber nun erkennt er, wie erfüllt sein Leben war. Er hat Eltern, die stolz auf ihn sind und eine Frau, die ihn über alles liebt. Er schreibt, wenn er überlebt, will er sie in dem Tempel nochmal heiraten, Kinder mit ihr haben und sie bei den Sportfesten anfeuern, bei denen er nie mitmachen konnte.
Wenn er stirbt, soll sie seine Wünsche für ihn erfüllen, mit jemand anderem, und glücklich in einer Familie werden.
Während der Junge den Brief schrieb weinte er bitterlich und schrie, er will nicht sterben, er will leben!

Ihr könnt euch nicht vorstellen wie verdammt doll ich mich gefreut habe, als ich den Abschluss las. Eine glückliche Familie aus dem Jungen und dem Mädchen. Ich habe mir das so gewünscht. Leben ist nicht selbstverständlich, es ist ein kostbares Geschenk.
Warum hasse ich mich dann so? Mit mir hasse ich mein Leben, dass ich kreiere. Schule und Feuerwehr ist nicht alles. Wissen ist nicht alles. Mit meiner Art mich darüber zu definieren zerstöre ich mir mein Leben abseits der Schule und der Feuerwehr. Das hat mir heute mein Bruder gesagt, den ich mit meinen Worten sehr verletzt habe. Ich sagte ihm, es tut mir leid. Ich habe dabei wohl sehr bemitleidenswert ausgesehen. Er fragte, was los sein. Ich meinte, wenn ich ohne zu denken, kränkende Worte sage, dann ist das doch meine wahre Natur. Ich war traurig erkannt zu haben, was für ein schlechter Mensch ich bin. Er meinte, ich bin einfach total ausgebrannt und überlastet, deshalb ständig unter Spannung und ungehalten. Ich danke ihm wirklich, dass er mich nicht aufgiebt. Er versucht mir zu helfen, redet mit mir, danke. Heute erreichst du mich noch nicht und kannst mir noch nicht helfen, doch bitte gib nicht auf, der Tag wird kommen, an dem ich deine Worte verstehe!

Im Moment will ich einfach nur alles fallen lassen und meine Lebenszeit einem Menschen wie dem Jungen aus meiner Geschichte geben. Jemand, der das Leben schätzt.
Ich will wissen, wie es sich anfühlt zu lieben und geliebt zu werden. Ich will nicht mehr alleine sein.
Doch wie sagt mein Vater immer: "Nach wollen geht es hier nicht."

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