Meine Güte, die Zeit vergeht wie nichts. Die Hälfte des 2. Semesters ist fast erreicht. Uni ist Routine geworden. Aber trotzdem fühlt es sich nur etwas besser an als noch vor 8 Monaten.
Ich habe so viel Neues gelernt, nicht nur in Physik, auch über mich selbst.
Ich muss noch so viele Probleme mit mir selbst ausmachen bevor ich frei bin. Ich fühle, dass mir menschliche Nähe, Geborgenheit und ja, ich glaube Liebe, fehlen. Es tut weh, jeden Tag und vor allem jede Nacht. Ich weiß, dass es an mir liegt das Alles zu ändern, auf Menschen zuzugehen und mal mehr zu wollen, als nur Freundschaft. Doch da ist meine innere Hürde. Ich habe die letzten Wochen geforscht und eine Erklärung dafür gefunden, dass ich niemanden finde. Ich denke, die These, dass man sich erst selbst lieben muss, bevor man andere lieben kann, ist wahr.
Mein Selbsthass ist ständig da, auch wenn ich ihn gut unter Kontrolle habe, was bedeutet, dass ich ihn unterdrücke. Er wird mich so lange daran hindern jemanden zu finden, bis ich mich selbst akzeptiere. Ich halte mich selbst nicht für Wert geliebt zu werden und auch andere Menschen kann ich meiner Meinung nach nicht richtig lieben, nicht so, wie sie es verdient haben. Ich ertrage meine Situation und sehe sie als "Strafe". So füge ich mir selbst Leid zu und Momentan habe ich nicht die Kraft dagegen anzukommen. Ich habe mein Leben zu einem Durchhalten-Kampf gemacht, mir geschworen, dass ich bis zum Schluss nicht aufgebe. Erst wenn mir die Natur das Leben nimmt, dass sie sie mir geschenkt hat, werde ich mich mit einem Lächeln ergeben, aber selbst zu gehen, das wäre die größte Niederlage, die ich mir vorstellen kann, auch wenn es manchmal die einfachste Lösung wäre.
Ich habe auch festgestellt, dass ich eine seltsame Erziehung habe. Ich kann mich über Erfolge nicht freuen. Wir bekommen unsere Übungsblätter wieder - 5 Wochen fast volle Punktzahl in Folge - ein Grund zum Freuen, mein Mitstudent macht das, ich nicht. Warum fragt er. Ich sage: "Ich wurde so erzogen, dass gute Leistungen normal sind, nur versagen ist schlecht". Meine Eltern haben mir zu meinen guten Noten nie etwas lobendes gesagt. Naja ok, auf mein Abitur waren sie stolz, aber alles davor wurde genauso von mir erwartet. Ich weiß, dass mir das sagen soll, dass sie so sehr an mich glauben, dass sie wissen, dass ich gut bin und dass das ihre Art ist mir zu zeigen, dass sie Stolz sind, aber das habe ich übernommen. Gute Leistungen erwarte ich von mir selbst, erreiche ich sie, ist das meine Erwartung, erreiche ich sie nicht, mache ich mich fertig um besser zu werden. Ich habe verstanden, dass ich Studium die Anforderungen runterschrauben muss, aber trotzdem freue ich mich nicht.
Ich will eigentlich nur mal in den Arm genommen werde, wissen, dass ich nicht allein bin, dass ich jemandem wichtig bin, aber real, nicht übers Handy. Mir fehlt die Wärme der menschlichen Berührung. Das es so weit kommt, hätte ich nie gedacht.
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