Samstag, 11. Juli 2015

Harmonie und süßer Schmmerz

Ach ja... Das Semester ist fast geschafft, eigentlich bleiben nur noch die Prüfungen und das Praktikum.
Ich habe in den letzten Monaten wieder so viel neues über mich gelernt, das ist unglaublich. Ich habe gemerkt, dass ich noch nicht dazu bereit bin, mich einem anderen Menschen komplett anzuvertrauen. Emotional kann ich das bei meinen engsten Freunden, aber körperlich bei niemandem. Zuerst muss ich Körper und Geist in Einklang bringen. Die beiden tragen schon so lange einen Kampf gegeneinander aus, dabei kann keiner gewinnen. Ich komme mit meiner Hülle nicht klar und kann auch einige Seiten meiner Persönlichkeit nicht akzeptieren, wobei ich dabei größere Fortschritte mache als bei ersterem.
Letztens habe ich mit jemandem über Ängste gesprochen. Meine Angst ist wirklich die Einsamkeit, einsam zu sterben. Ich muss mich dieser Angst aber stellen, denn es ist möglich, dass diese eintritt. Ich will lernen mit mir selbst genug Gesellschaft zu haben. Ich möchte inneren Frieden finden um so mit meiner Umwelt in Harmonie leben zu können. Ja, das alles klingt sehr esoterisch für jemanden, der nur an die Wissenschaft glaubt, aber ich spüre einfach, dass mich dieser Weg ans Ziel führen kann. Dieses Gespür habe ich von meiner Mutter geerbt, sie ist der naturverbundenste Mensch, denn ich kenne. Seit mehr als 30 Jahren hat sie keine Freunde und auch davor hatte sie nie so richtig tiefe Freundschaften. Aber wenn ich sehe, wie sie mit Tieren und Pflanzen umgeht, habe ich nicht mehr das Gefühl, ihr würde etwas fehlen. Ich spüre diese Verbundenheit zur Natur, wenn ich Pflanzen und Tiere nur anblicke. Dann überkommt mich immer eine innere Ruhe, genau die selbe Ruhe, wenn ich in den Sternenhimmel blicke.
Ich glaube, ich werde so lange allein durch die Welt ziehen, bis ich einen Menschen finde, bei dessen Anblick ich die selbe Ruhe spüre. Ich brauche mir dann auch keine Sorgen machen, wenn ich lange Allein bin, denn wirklich allein werde ich nie sein, wenn ich mit mir im Einklang bin.

Was die Liebe angeht, da habe ich mein Herz wohl immer noch nicht ganz zurück. Denke ich an meine erste und einzige Liebe, dann spüre ich, dass ich immer noch nicht losgelassen habe. Dieser Mensch taucht dann immer wieder lächelnd vor meinem geistigen Auge auf. Dieses Lachen wärmt mir jedes Mal das Herz, weil ich weiß, dass wir zu dem Zeitpunkt wirklich Freunde waren. Ich weiß auch, dass er heute nicht mal mehr an mich denkt, schließlich haben wir uns mehrere Jahre nicht mehr gesehen. Ich weiß, dass der Mensch mit diesem Lächeln nur noch in meinen Erinnerungen existiert, aber ich kann einfach noch nicht los lassen. Manchmal frage ich mich, ob ich ihn vielleicht treffen muss um wirklich zu begreifen, dass es den Mensch, den ich so liebe nicht mehr gibt um endlich nach vorn schauen zu können. Sicher wäre das schmerzhaft, aber was, wenn ich in ihm doch noch genug von früher wiedererkenne? Werde ich dann auf ewig nicht loslassen können? Ach, das erinnert mich an so viele einsame Stunden in denen ich mir wünschte, er würde in mir mehr als nur eine Freundin sehen, aber heute weiß ich, dass daraus nie etwas geworden wäre. Langsam verstehe ich, was "süßer Schmerz" bedeutet.

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