Vor einem Jahr habe ich mich gefragt, wie es wohl ist von zu Hause auszuziehen. Heute weiß ich es.
Auf eine Art hat sich so viel verändert, auf eine andere Art auch nicht. Meine Familie ist mir wichtiger den je, denn ich habe gemerkt, wie schnell Menschen sterben. Das zu akzeptieren habe ich noch vor mir.
Meine Freunde, ja, das ist so eine Sache. Vor einem Jahr habe ich gesagt, ich ziehe hier einen Schlussstrich und beende emotional alle Freundschaften. Damals hat mir meine beste Freundin vorgeworfen, dass ich uns nicht so schnell aufgeben soll. Ich habe an uns geglaubt, lange. Und ich glaube auch jetzt noch daran. Sicherlich haben wir festgestellt, dass nichts mehr sein wird wie früher. Ja, vielleicht waren wir damals eine Zweckgemeinschaft. Das sollte uns aber nicht davon abhalten wahre Freundschaft zu schließen. Auch wenn wir momentan für uns keine gemeinsame Zukunft sehen, fühlen wir immer noch die Wirkung der gemeinsamen Zeit. Ich glaube, egal sind wir uns nie. Egal was die Zeit bringt, meine Erinnerungen bleiben und mir hat das Schicksal gezeigt, dass es oft eine zweite Chance gibt. Meine ehemals sehr enge Freundin fängt dieses Semester an meiner Uni mit ihrem Studium an. Ich erwarte nicht, das wir jetzt wieder beste Freunde werden, nein, ich sehe das als Chance meine Schuld zu begleichen, die ich seid 5 Jahren mit mir rumtrage. Ich möchte ihr eine Stütze sein, wenn sie eine braucht. Nie im Leben hätte ich daran geglaubt, dass mir diese Chance gegeben wird. Wegen ihr habe ich immer versucht meine Freunde nie ganz aufzugeben und nicht meinen Augen zu trauen sondern meinem Herz, wenn es um gute Freunde geht. Ich habe es zwar nicht immer geschafft, aber das ist auch gar nicht das, was zählt. Dieser Zufall sagt mir, dass ich auch mit meinen jetzigen Freunden eine Zukunft haben kann, dafür kann ich schließlich auch arbeiten.
Ich bin wirklich froh, dass wir auf uns zählen können, wenn es nötig ist!
Der letzte Punkt meiner Erzählung bin wohl ich selbst. Wenn ich in dem einen Jahr eins gelernt habe, dann dass ich nichts über mich weiß. Ich habe keine klaren Ziele oder Träume. Ich habe mir das alles jahrelang eingeredet. Es gibt nur 2 Dinge, nach denen ich wirklich strebe, meine Freiheit und Frieden für die Menschheit. Der letzte Punkt bringt mich so oft zum verzweifeln, weil ich einfach nicht weiß, wie ich das machen soll, Die Menschheit ist so verkommen, da brauche ich nur um mich schauen. Dann überkommt mich die Verzweiflung und ich will alles hinschmeißen und einfach nur machen worauf ich Lust habe. Aber meine Familie will ich auch nicht im Stich lassen, schließlich haben sie im wahrsten Sinne des Wortes ALLES für mich gegeben, sogar ihre eigenen Träume. Also will ich meiner Familie erst ihre Freiheit wiedergeben bevor ich meine leben kann. Das wird ein anstrengender Weg und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich am Ende meines Lebens das Gefühl haben werde, zu viel Zeit vergeudet zu haben, doch momentan kann ich für keinen anderen Weg kämpfen.
Ich merke, wie ich wieder antisozialer werde, seitdem ich studiere, mir fehlen meine Freunde wirklich, aber wir gehen jetzt unsere eigenen Wege, da kann mich keiner mehr an die Hand nehmen. Die Liebe verstehe ich einfach nicht, aber ich habe mit mir ausgemacht, dass ich warte. Nur habe ich Angst, dass ich zu lange warte. Ich habe Angst, dass ich irgendwann nicht mehr lieben kann, bzw. es nicht mehr zeigen kann. Es gibt einen Menschen, den ich momentan liebe, doch das werde ich ihm nicht sagen, denn das würde nichts bringen. Ich sehne mich zwar nach Liebe, kann mir aber mit ihm kein gemeinsames Leben vorstellen, dass uns beide glücklich macht. Ich will niemandem seine Träume rauben und meine eigenen nicht aufgeben. Ich denke, mich wird es verletzten, wenn er mal eine Freundin hat und später bestimmt auch mal eine Familie, aber den Weg habe ich mir ausgesucht. Schließlich könnte ich meinen Mut zusammen nehmen und es ihm sagen, aber das bringt mehr Probleme als Lösungen, weil ich mir ziemlich sicher bin, würde es das selbe fühlen, hätte er es mir gesagt. Und selbst wenn er das selbe fühlen würde, würde er sich nie vor meine Ziele stellen, das weiß ich.
Ach ja, ich laber hier wieder was rum, dabei habe ich doch keine Ahnung. Ich hatte noch nie einen Freund, habe noch nie einen Menschen ernsthaft geküsst und von mehr brauchen wir nicht reden. Ich habe wirklich Angst, dass die Lücke zwischen mir und den anderen irgendwann so groß wird, dass ich sie nicht mehr überwinden will und dann auf meiner Seite vereinsame, aber momentan will ich mir den Stress des Rumexperimentierens mit Männern echt nicht antun, vor allem, wenn ich schon weiß, dass das mit dem oder dem nichts für lange ist. Dazu sind mir die Gefühle der anderen zu viel wert.
Wie man sieht habe ich keine Ahnung vom Leben und von mir, aber schließlich habe ich auch noch einiges an Weg vor mir liegen, der mir hoffentlich einige Antworten bringt!
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