Dienstag, 23. Februar 2016

Lebensziel?

Ich habe mich die letzten Wochen so viel über mich unterhalten wie schon lange nicht mehr. Anscheinend bin ich Emotionsreduziert. Wenn ich nicht will, kann ich Gefühle ausblenden, die nicht extrem stark sind, um andere wichtige Dinge zu machen, z.B. fürs Studium zu lernen. Trotzdem bin ich fähig zu Emotionen, aber vielleicht tatsächlich nicht ganz so stark, wie der Durchschnitt, das scheint in der Familie zu liegen. Ich finde das komisch zu wissen, dass andere Menschen mehr spüren und sich so viel von Emotionen beeinflussen lassen, aber ich vermute, das ist das besondere am Leben. Ich habe mir vorgenommen mehr auf Emotionen zu achten, denn auch diesmal habe ich wieder einen Freund verletzt, weil ich einfach nicht wusste, was für Einflüsse Gefühle haben können. Mein Ziel war doch für andere da zu sein und das möchte ich nicht aus den Augen verlieren.
Meine Ziele sind nicht mehr so klar. Im Geheimen wollte ich das Studium so schnell wie möglich zu Ende bringen und dann Geld verdienen um meinen Eltern ihre Träume zu erfüllen. Mir war egal, ob ich dabei kaputt gehe oder auf der Strecke bleibe. Mir wurde wohl mehr als deutlich klar gemacht, dass meine Eltern niemals glücklich wären, wenn sie wüssten, dass ich mich für sie kaputt mache. Das wollte ich einfach nicht einsehen. Jetzt ist mir klar, dass ich meine Eltern vorgeschoben habe um mir selbst ein Lebensziel vorzulügen. Die nackte Wahrheit ist nämlich: Ich habe kein Lebensziel. Und genau das macht mir Angst. Ich weiß nicht, was ich wirklich will. Ich will die Welt sehen, aber auch bei meiner Familie sein. Ich möchte nicht allein sein, aber auch frei. Und trotzdem möchte ich auch, dass meine Eltern glücklich sind, aber ehrlich glücklich, nicht, weil ich mich aufgegeben habe.

Es sollten einfach alle glücklich sein können, aber das kriegen die Menschen nicht hin und das verstehe ich nicht. Traurige Welt.

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