Du wirst mich bald vergessen, wenn ich gegangen bin. Nicht in dem Sinne, dass du mich nicht mehr kennst, sondern dass ich dir nicht fehle.
Du wirst weder deiner Freundin noch deinen Kindern von dem kleinen Mädchen erzählen, dass du bei der Feuerwehr kennen gelernt hast. Die dir viel beigebracht hat. Die dich immer damit aufgezogen hat, dass sie ein bisschen mehr weiß. Das Mädchen, das ihre Persönlichkeit vor dir versteckt hat, aber als du ihr gezeigt hast, dass du ein Freund bist, hat sie dir vertraut. Das Mädchen, das dich oft zur Verzweiflung gebracht hat, weil sie nicht kochen kann und sonst auch vieles nicht auf die Reihe kriegt, aber du immer geduldig warst. Das Mädchen mit dem du aus Spaß "ernst" gekämpft hast, obwohl du wusstest, dass du gewinnst. Das Mädchen, das dir Probleme erzählt hat, die du nicht verstanden hast, aber trotzdem nach deinem Besten versucht hast zu helfen. Das Mädchen, das immer gelacht hat, wenn du sie nicht traurig sehen wolltest. Das Mädchen, dem du von anderen Frauen erzählen konntest, ohne dass sie eifersüchtig würde. Sie hat dir zugehört und sich mit dir gefreut, wenn du eine Freundin hattest, die du gern hattest.
Genau dieses Mädchen wird dir nicht fehlen, wenn sie geht. Das ist nicht schlecht gemeint, aber ich weiß, du wirst darüber hinweg kommen. Ich sehe es in den letzten Tagen, es gibt einen anderen Menschen in deinem Leben, der dir wichtig geworden ist. Das freut mich. Ich sehe wieder dieses Lachen, welches mich hoffen lässt, dass es dir gut gehen wird.
Wenn ich dann nach mehreren Jahrzehnten wieder nach Hause komme, möchte ich, dass du glücklich bist und ein schönes Leben hattest. Du bist dann bestimmt schon Gruppenführer und hast einige spannende aber auch traurige Einsätze erlebt von denen du mir erzählst.
So könnte diese Geschichte ausgehen.
Das kleine Mädchen verschwindet eben so einfach, wie sie auf der Bildfläche erschienen ist. Das ist ihre Aufgabe im Leben.
Bruder, ich hoffe, du bist der erste, bei dem ich das geschafft habe!
Nichts wird uns jemals wieder zu den Fremden machen, die wir einmal waren und doch werden wir in unserem Leben nicht viel miteinander zutun haben. So ist es wohl bestimmt.
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