Mittwoch, 15. Januar 2014

Wirrsinn

Es ist krass. Ich lebe seit längerer Zeit nur in den Tag hinein, aber trotzdem werden meine schulischen Leistungen konstant besser, kleine Ausnahmen mal abgesehen.
In der Schule sehen mich alle als nicht normal, schon fast als Genie, vor allem in naturwissenschaftlichen Fächern. Sie setzen voraus, dass ich alles verstehe, werfen mir ein bisschen neidische oder verächtliche Blicke zu, wenn ich einen Test zurück kriege. Letztens sagte jemand zu mir: "Wie ist es, wenn man Physik versteht?". Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, aber ich begann darüber nachzudenken. Ich weiß nicht, wie es ist, wenn man es nicht versteht. Mir kommt es so vor, als wäre meinem Wissen keine Grenze gesetzt. Mein Banknachbar in Physik ermutigt mich immer Physik zu studieren und glaubt, ich könne den Nobelpreis gewinnen.
In den letzten Wochen hat sich das alles extrem verschärft. Bin ich so anders als die anderen? Bin ich wirklich so etwas wie ein Genie? Auch meine beste Freundin glaubt an mich.
Die einzigen, die nicht an mich glauben und mir meinen Beruf als Astrophysiker ausreden wollen sind mein bester Freund und mein Bruder. Warum gerade die beiden?
Mein bester Freund sagt, ich bin nicht schlau genug, es gibt weit bessere. Nur deshalb zweifle ich an meinen eigenen Fähigkeiten. Ja, an unserer Schule gehöre ich zur Spitze in Naturwissenschaften, aber da habe ich auch nur 500 Konkurrenten. Was, wenn ich wirklich nur denke ich hätte keine Grenzen und im Studium nichts mehr verstehe? Ich kann mir das zwar nicht vorstellen, aber möglich wäre es doch, oder?
Auch sind heute immer noch die am besten, die am meisten lernen. Werden diese Leute auch im Studium am besten sein? Kann man Physik auswendig lernen? Nein! Oder?
Ich frage mich so viel und bekomme keine Antwort, dabei will ich doch eigentlich nur etwas machen, das mir Spaß macht und zwar mein Leben lang. Natürlich will ich dabei auch das nötige Kleingeld für ein Leben nach meinen Wünschen verdienen, wer will das nicht?
Also, was soll ich machen? Aufs Herz hören ist schwer, das verstehe ich schon lange nicht mehr.
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Es ist wirklich einsam, wenn man niemanden liebt. Das ist mir erst vorgestern aufgefallen. Ich lag im Bett, war deprimiert, aber ich hatte niemandem, dem ich nachtrauern konnte, niemandem von dem ich träumen könnte. Also baute ich mir wieder meine Fantasiewelt auf, die ich vor mehr als 8 Jahren verlassen habe. Ich hatte vergessen, wie schön es dort ist. Alles ist dort möglich. Meine Fantasie war schon öfter meine letzte Rettung.
Ich habe keinen mehr, der in meine Träumen Friedlichkeit bringt. Stattdessen träume ich davon, wie mein Vater mir Vorwürfe macht. Keine Ahnung, welche das waren, aber als ich aufwachte fühlte ich mich schlecht. Mein Wecker hat mich aus dem Albtraum befreit. Mein letzter Traum war nicht besser. Ich war total froh, als mich wieder mein Wecker in die Wirklichkeit holte. Geht das jetzt jeden Tag so? Ich will wieder die Träume in denen ich mich in die Arme von jemandem kuscheln kann und friedlich einschlafe. Ich habe das erst einmal im Traum erlebt, aber das war das schönste Gefühl, das ich je hatte. Dieser vollkommene Frieden, diese Seligkeit, diese Ruhe und Ausgeglichenheit. Unbeschreiblich! Dieses Gefühl möchte ich einmal in der Realität erleben. So muss es sich anfühlen in den Armen des Menschen einzuschlafen, den man liebt. Jetzt verstehe ich wo viele Paare, die sich gegenseitig alles geben können, was sie brauchen, mehr als dieses Gefühl braucht man nicht zum Leben!

Ich werde sehen, was diese Nacht für Träume bereithält...

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