Dienstag, 17. Mai 2016

Besinnung

Wow. Ich habe das letzte halbe Jahr so einiges probiert, aber alles hat mich einfach nur noch weiter rein geritten, wie ich jetzt erst bemerkt habe. Ich wollte einfach nicht mehr allein sein, wollte mich geborgen fühlen, geliebt. Doch meine Wege das zu erreichen waren falsch, mein Wille nicht stark genug. Ich habe angefangen zu suchen, mit Männern zu schreiben. Ich habe mich auch ein paar mal mit welchen getroffen. Immer genau einmal, danach gab es keinen Kontakt mehr. Habe mir gesagt, dass macht mich nicht fertig. Doch in Wirklichkeit hat es mir einfach erschreckend deutlich gemacht, dass ich keine Beziehungen zu Menschen aufbauen kann, mit denen ich nicht jeden Tag mindestens 8 Stunden zusammengepfercht bin. Ich wecke bei niemandem das Interesse, sich auch nur nochmal zu melden. Letztendlich war meine Einsamkeit so schlimm, dass ich dachte, nur das körperliche reicht auch. Ich habe mich danach auf die Suche gemacht und auch genug Angebote bekommen. Aber das hat dazu geführt, dass ich von mir selbst angewidert war. Erst da habe ich gemerkt, wie mich diese ganze Aktion das letzte halbe Jahr immer ein bisschen mehr fertig gemacht hat. Meine beste Freundin hatte sowas von Recht. Ich sollte warten, mit mir ins Reine kommen. Ihr glaubt gar nicht, wie wichtig innerer Frieden ist. Ich merke die Auswirkungen noch immer, mein Schlaf ist unruhig, ich wache öfter auf und kann dann nicht mehr richtig schlafen.
Ja, ich habe Probleme und Fehler, aber die muss ich nicht alle von jetzt auf gleich lösen. Ich muss nicht sein, wie der Großteil in meinem Alter. Ich muss kein Standard-Leben leben. Mal ehrlich, das habe ich doch noch nie gemacht. Warum habe ich mich dann so hetzten lassen? Ich weiß es auch nicht, aber ich bin froh, dass ich wieder zur Besinnung gekommen bin.
Meinen Mitmenschen habe ich anscheinend wirklich Sorgen breitet. Jeden Tag wurde ich gefragt, ob alles ok ist, ob mich was bedrückt, ob ich reden will. Letztendlich wollte man mich sogar fragen, ob ich bei anderen wohnen möchte, bis es mir besser geht. Ich habe nicht erwartet, dass man bemerkt, was in mir vorgeht und bin dankbar, dass ich nicht ganz allein dastand. Auch wenn ich ehrlich sagen muss, dass immer noch keine tiefe Verbindung zu meinen Mitmenschen hier in der Großstadt fühle. Ich weiß nicht warum, aber ich versuche es herauszufinden. Schließlich habe ich Zeit.

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