Ich habe hier zwar eine Weile nicht mehr geschrieben, aber trotzdem habe ich mich viel mit mir und dem Leben beschäftigt.
Ein Gespräch mit meiner besten Freundin hat mir wirklich viel gezeigt. Diese Unterhaltung habe ich so genossen, wie lange nichts mehr. Mir ist klar geworden, wie viele Antworten ich schon gefunden habe. Vor 2 Jahren bin ich ausgezogen. Ich hatte keine Ahnung von mir, ich wusste nicht, was mich bewegt, wo meine Leidenschaften liegen. Ich hatte diesen Standard-Lebensplan, den du von deinen Eltern übernimmst. Doch mit diesem Ziel konnte ich nicht leben. Ich musste mich auf die Suche machen. Ich habe viel mit mir gerungen. Ich habe Feststellungen gemacht, die mich schockiert und verunsichert haben. Ich bin auch noch lange nicht fertig mit all meinen Überlegungen und das werde ich zum Glück auch nie sein! Aber wisst ihr, was diesen ganzen Prozess erst so richtig ins Rollen gebracht hat? Das Alleinsein. Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, warum allein sein einige Menschen beunruhigt. Wenn du allein wohnst bist du unweigerlich oft allein und dann hast du endlich mal die Zeit in dich hinein zu hören. Du wirst hören, wo etwas nicht stimmt und genau dann hast du auch die Zeit und die Ruhe herauszufinden, was genau das ist und wo es herkommt. Aber wenn du Angst vor dem hast, was in dir ist, ich würde schon fast sagen, was du bist, dann willst du nicht allein sein. Doch dann verschenkst du eine unglaubliche Erfahrung. Am Anfang wollte ich nicht allein sein. Ich habe mich sogar auf das Oktoberfest bewegt um wenigstens von Menschen umgeben zu sein, um abgelenkt zu sein, aber das geht so nicht weiter. Fast jeden Abend, jeden Morgen und den Tag über, wenn ich zu Hause war, haben mich meine Gedanken eingeholt, denn niemand hat mich abgelenkt. Ich wollte die Gedanken erst verdrängen, mir einreden, dass alles so ist, wie es sein soll, dass ich so bin, wie ich sein soll. Aber irgendwann wurde das Verdrängen zu anstrengend, zu belastend, denn mich beschlich immer mehr das Gefühl, dass ich mich mit mir auseinander setzen muss, um all den Ängsten Abhilfe zu schaffen. Auch heutzutage gibt es viele Abende an denen ich zweifle, an mir, an allem, aber es ist besser als früher.
Was habe ich bis jetzt durch das Allein sein gelernt? Ich bin definitiv kein Durchschnittsmensch. Mich machen Materielle Besitztümer nicht glücklich. Anscheinend habe ich ein großes Bedürfnis nach Nähe, aber ich kann das nicht umsetzen. Meine Emotionen und Gefühle sind für mich schwer zu verstehen und auszudrücken. Die Zeit als Außenseiter auf dem Gym hat mich mehr geprägt, als ich mir je eingestehen wollte. Ich will nicht im Mittelpunkt stehen, eigentlich will ich nie gesehen werden, aber trotzdem wünsche ich mir einen Menschen, für den ich alles bin, der alles für mich ist. Ich möchte wirklich jemanden lieben können. Auf dieses Ziel arbeite ich hin. Dazu passt auch das Auseinandersetzen mit meiner größten Angst: für immer allein bleiben, nie jemanden wirklich lieben, keine Geborgenheit in einem anderen Menschen finden und absolut einsam sterben. Der Gedanke daran gibt mir immer noch ein mulmiges Gefühl, aber ich bin auf dem Weg, mit den Tatsachen klar zu kommen. Sollte der oben beschriebene Fall eintreten, kann ich daran nichts ändern. So makaber es klingen mag, im Notfall wird mein Ableben dem Ganzen ein Ende setzen, aber bis dahin möchte ich die Dinge machen, die ich beeinflussen kann. Die Welt, die Natur und andere Kulturen finde ich unglaublich spannend. Ich will um die Welt reisen und alle möglichen Menschen treffen. Mit dem Ziel vor Augen kann ich mich auch meinen Ängsten stellen. Einfach das machen, worauf ich Lust habe, das ist es, was ich möchte. Dazu muss ich wohl oder übel mein Studium beenden, aber dann habe ich eine gute Startposition. Wenn ich es irgendwie arrangieren kann, werde ich anderen Menschen auch weiterhin helfen, denn das hat mich bis jetzt immer glücklich gemacht!
Man sieht wohl, dass ich noch nicht fertig bin mit meinen Überlegungen, aber viele dieser Erkenntnisse wären mir verborgen geblieben, wenn ich nach den ersten paar Wochen des Studiums aufgegeben hätte, weil ich einfach zu viel Angst hatte. Ich denke, ich kann von mir behaupten, dass ich in den letzten 2 Jahren unglaublich gewachsen bin. Ich habe viele Prüfungen des Lebens gemeistert, an manchen bin ich gescheitert und so wahnsinnig viele stehen noch vor mir, die ich mit Freude annehmen werde!
Meine letzten Worte für den Post: Sucht das Allein sein!
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