Langsam fange ich an mich selbst besser zu verstehen. Ich habe gemerkt, dass ich meine Gefühle manchmal nicht deuten kann und deshalb auch andere Menschen schlecht nachvollziehen kann, aber mit dem Wissen kann ich mir klarer gegenüber treten. Ich kann anfangen zu spüren wie ich mich fühle, auch wenn ich das momentan noch nicht einordnen kann wird es bestimmt irgendwann besser!
Trotzdem gibt es in mir auch immer noch eine große Leere. Ein Kumpel ist eher von der Uni weg, deshalb war ich "allein" in einem Tutorium. Ich habe die Lösungen mitgeschrieben und gut. Abend schrieb er mir und wollte wissen, ob ich ihn vermisst habe. Da habe ich das erste mal darüber nachgedacht. Ich habe ihn nicht vermisst, es gab überhaupt kein Gefühl dazu. Da habe ich Gewissensbisse bekommen, denn das sollte mir sagen, dass es mir absolut egal ist, ob er da ist oder nicht. Egal wie schlecht ich mir vor kam, ich konnte immer noch nichts zu der Situation fühlen, er hat mir nicht gefehlt. Jetzt kam der Punkt an dem ich antworten musste. Was sollte ich schreiben. Er ist ein guter Freund, ich mag ihn und möchte ihn nicht missen, aber eigentlich lüge ich auch keine Menschen an. Doch meine ehrlichen Worte hätten ihn wieder unnötig verletzt. Ich weiß, dass er mich kennt, aber ich weiß auch, dass, egal wie viel Verständnis er aufbringt, diese Worte ihn verletzt hätten. Also habe ich gesagt, er hat mir gefehlt, ich hatte keinen zum quatschen und dann schnell das Thema gewechselt. Dieses Vorgehen bereitet mir Kopfzerbrechen. Wie soll ich mich in zukünftigen Situationen verhalten? Ich frage mich, ob es ok ist, solange es nicht zu gravierend ist, so zu tun, als ob ich bestimmte Gefühle gehabt hätte, die die Mehrheit der Menschen gehabt hätte. In meiner Familie mache ich das heute schon, weil vor allem meine Großeltern nie verstehen würden, wie ich ticke. Sie sehen in mir immer noch das Kind von vor 15 Jahren. Wahrscheinlich lügt sowieso jeder ein bisschen, aber mir ging das immer gegen den Strich. Ich werde es so gering wie möglich halten, das schwöre ich mir!
Das bringt mich zu meinem nächsten Punkt. Warum verstehen so viele Menschen einfach nicht, was ich sage? Warum ignorieren sie meine Worte? Ich schreibe mit verschiedensten Menschen. Ich sage ihnen, ich möchte keinen Freund, keine Beziehung. Das akzeptieren sie und machen mir dann weiter massig Komplimente und/oder sagen mir, wie sehr sie mich mögen. Was soll der Mist? Habe ich mich unverständlich ausgedrückt? Ich fühle mich nicht respektiert, wenn meine Worte einfach ignoriert werden! Es gibt viel zu viele solche Menschen. Das bereitet mir wirklich Sorgen...
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