Corona, der Lockdown, die Doktorarbeit. Alles wohl zu viel für mich.
Es wäre schon fast lustig, wenn es nicht so traurig wäre. Ich hatte mich in ein Leben gekämpft, das ich liebte, aber vor allem, in dem ich liebte. In dem ich spürte - was anderes als Unwohlsein. Schleichend hat sich mein Geist in seinen Zusatand von vor 5 Jahren zurückgesetzt. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, das gebe ich zu, aber die Zeichen sind eindeutig. Vor allem mein Körper hat mir schon seit vielen Monaten die Warnsignale geschickt. Erst habe ich sie ignoriert, dann habe ich sie nicht verstanden, doch nun liegt es auf der Hand - Ich habe wieder Probleme mit Körperkontakt, je intimer, umso stärker meine Abneigung, auch bei eigentlich geliebten Menschen.
Das ignorieren der Zeichen hat dazu geführt, dass ich mich in Gegenwart einer geliebten Person oft nicht ganz wohl gefühlt habe. Nun weiß ich nicht, was ich fühlen soll. Liebe ich noch? Wenn nicht, dann warum? So viele Fragen, so wenige Antworten. Ich will einfach nicht den Fehler begehen, dass mein mentaler Zustand mir einen der besten Menschen, die mir je begegnet sind, wegnimmt, eher wegschiebt. Aber ich fühle mich auch eingeschränkt. Ich will raus in die Welt. Ich will was bewirken. Für Menschen einen Unterschied machen.
Wisst ihr, was auch so unglaublich komisch ist. Der Selbstzweifel, die Überzeugung, niemand wird mich so lieben, nochmal komme ich da nicht raus - die Gedanken sind alle wieder da. Wie damals. Diesmal kenne ich sie, sie machen mir nicht mehr die Angst wie damals. Ich heiße sie regelrecht Willkommen. Sie sind eine Art "zu Hause". So verdammt vertraut. Und die Musik, die nimmt mich mit auf eine Welle der Erinnerungen, zurück nach damals. Ich kann mich heute gedanklich nicht mehr in das erste Jahr meiner Beziehung rein versetzen. Ich kann das Glück nicht mehr nachspüren. Ich weiß, dass es da war. Aber die Erinnerungen werden von meinem jetzigen Zustand getrübt.
Das Schlimmste? Ich sehe, wie die andere Person mich liebt, wie wichtig ich ihr bin. Ich habe so verdammt viel Macht über die Person. Ich könnte sie in meiner Hand zerquetschen, ihr Herz für immer zerstören. Das will ich nicht, nein, niemals. So bin ich nicht! Aber was, wenn ich ausversehen was falsch mache? Ich würde die Verantwortung gern abgeben. Ich will, dass die Person glücklich ist. Das muss nicht mit mir sein. Ich weiß, dass mein Heilungsprozess lange dauert. Monate. Realistisch mindestens ein Jahr. Das ist einfach so verdammt lang. Wenn ich dann feststelle, dass die Liebe nicht wieder kommt, was dann? Das will ich nicht ertragen. Die Person würde so extrem leiden.
Ich will hier weg. Ich will zurück in mein Leben von vor 7 Jahren mit meinem heutigen Geist. Dann könnte ich die Aufgaben von damals leicht meistern. - Diese Aussage zeigt mir, dass ich mich weiterentwickelt habe. Ich bin gewachsen, bin stärker geworden. Selbst in so einem schwachen Moment wie jetzt sehe ich Probleme meiner Vergangenheit als machbar an. Ich habe es schon einmal geschafft, dann schaffe ich es auch nochmal. Das sollte ich wohl auch auf meinen mentalen Zustand beziehen. Ich bin da schon mal rausgekommen. Einige der Mittel vom letzten Mal kann ich nicht nochmal einsetzten, aber da muss es auch noch andere geben. Ich suche sie. Ich finde sie. Ich lasse mir mein Leben nicht nehmen. Ich lasse mir Intimität nicht nehmen. (Heute glaube ich die Worte noch nicht ganz, aber ich muss sie sagen, sonst werde ich nie ankommen, sie nie glauben.)
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