Dienstag, 22. Oktober 2013

Wahre Freundschaft

Vor ungefähr 4 Jahren ging die Freundschaft mit meiner bis dahin besten Freundin auseinander. Sie war die erste, die mir wahre Freundschaft zeigte. Seitdem ist viel passiert. Ich habe neue Freunde gefunden, nachdem ich eine harte Zeit als Einzelgänger hinter mich gebracht hatte. Sie hatte ein noch schweres Schicksal.
Letztes Wochenende habe ich sie in einem Club unserer Stadt wieder getroffen. Wir haben uns eine Stunde unterhalten. Alles war wie früher. Ich war immer der Meinung, nach dem Ende unserer Freundschaft hätte sie schnell neue Freunde gehabt, unsere ehemals gemeinsamen. Doch mein Eindruck täuschte. Sie fühlte sich wie das 5. Rad am Wagen. Unsere alten Freunde sind so verlogen und falsch gewesen. Jetzt weiß ich das auch...
Hätte ich das damals gewusst, vielleicht hätte ich sie vor ihrem Schicksal bewahren können. Denn ohne mich hatte sie keinen mehr, der ihr zuhörte, keinen mehr, der ihr half. Sie war auf sich allein gestellt, wie ich. Sie zerbrach an der Aufgabe, ich kämpfte mich durch.
An dem Abend vor ein paar Tagen sagte sie zu mir, ich sei immer noch einer der ehrlichsten Menschen, die sie kennt. Wir waren beide froh, die 4 Jahre alte Situation unseres Freundschaftsendes überwunden zu haben. Wir sind wieder Freunde. So wird es immer sein, wenn wir uns sehen. Wir sind und bleiben Freunde. Dazu verbindet uns einfach zu viel. Was wir nicht alles zusammen durchgemacht haben.
Sie geht jetzt auf eine andere Schule, ist endlich weg von den ganzen falschen Menschen, die sie immer runter gezogen und ausgenutzt haben. Sie war nicht so stark wie ich, sich ihnen direkt zu stellen, aber ich finde es keinesfalls verwerflich, dass sie gegangen ist. So kann sie endlich wieder leben und das ist das wichtigste, das einzige, was ich ihr immer gewünscht habe!

Bis vor kurzem dachte ich immer, sie sei nicht mehr der Mensch, mir dem ich so gut befreundet war. Doch ich habe mir einfach nur nicht die Zeit genommen, um hinter die Fassade zu schauen. Den einen Abend habe ich das gemacht und ich war so verdammt froh, dass dieser besondere Mensch noch existiert. Es war eine große Erleichterung zu wissen, dass ihre Persönlichkeit die schwere Zeit so gut wie unbeschadet überstanden hat. Mir wurde auch bewusst, wie gut wir uns kennen. Als wir über unsere Zukunftspläne gesprochen haben, erkannte ich in ihren Erzählungen die Abenteuerlust und die Ruhelosigkeit von früher wieder. Aber auch sie wusste noch genau, wie sehr ich das Universum liebe. - Das erinnert mich daran, wie wir mal eine Stunde im Schnee standen und in den sternenklaren Nachthimmel geschaut haben. Ich habe ihr von fernen Welten, dem Universum und der Astrophysik erzählt. Sie lauschte mir gespannt und war genauso fasziniert wie ich. - Sie riet mir den Abend dazu, meinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen und Astrophysiker zu werden. Etwas anderes würde mich nicht glücklich machen. Das glaube ich auch mittlerweile selbst. Sie meint, wir sollen ruhig unsere Träume verwirklichen. Wie wahr.

Mich hat die ungeklärte Situation zwischen uns immer belastet, aber nach dem Gespräch fühle ich mich befreit, glücklich. Egal was passiert, wahre Freundschaft währt ewig!


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